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  • Widerstand gegen den Hauskauf des Landhauses "Gerhus" durch Jürgen Rieger in Faßberg 2009
  • Widerstand gegen Nazitreffen auf dem Hof von Landwirt Joachim Nahtz in Eschede 2011

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© Rido - Fotolia.comWir stellen uns vor

Das Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus existiert seit dem Jahr 2000.

Anlass der Gründung waren u. a. die zunehmenden Aktivitäten der in Celle bis heute bestehenden Nazi-Kameradschaft, eine der aktivsten Neonazi-Kameradschaften Niedersachsens. Das Forum setzt sich zusammen aus interessierten Vertreterinnen und Vertretern diverser Organisationen (DGB, SPD, Die Grünen, Die Linke, Buntes Haus, Arbeitskreis Ausländer, VVN-BdA, usw.) sowie Einzelpersonen. Weiterlesen »


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Eschede: 24.06.17

Geschrieben von: Celler Forum am .

6 rechtsextreme Gruppen luden zur Sonnwendfeier am vergangenen Samstag nach Eschede

Viele Autos aus der Umgebung finden den Weg nach Eschede. Aus den Nachbarlandkreisen und darüber hinaus reisen die Besucher an. Junge Familien mit ihren Kindern ebenso wie die Aktivisten der Jungen Nationalisten (JN). Das Nazi-Stelldichein auf dem Hof Nahtz.

Die völkische Sonnwendfeier am 24.06.2017 auf dem Hof Nahtz scheint etwas größer geplant zu sein. Auf einer einschlägig bekannten Internetseite der Neonaziszene laden NPD, Düütsche Deerns, 3. Weg, Gefangenenhilfe Freundeskreis, JN, Die Rechte zu einer Veranstaltung in der Lüneburger Heide ein. Sie feiern 25 Jahre Widerstand im Heide(n)land. Es handelt sich um eine private Veranstaltung in der Lüneburger Heide mit Kinderprogramm und Abendprogramm (rechte Liedermacher am Sonnwendfeuer).
 
Es war zu befürchten, dass dieses gruselige Spektakel in Eschede stattfinden wird. Vor 25 Jahren fand in Eschede die Wehrsportübung der Nationalen Liste statt. Kinderprogramm, „Barny und Rommel“ für die musikalische Untermalung sorgen. „Barny“, der in echt Mirko Szydlowski heißt, ist auf dem Musiksampler „Solidarität Vol.4“ vertreten. Der Erlös des Samplers soll Wohlleben (Angeklagter im NSU-Prozess) zugutekommen.
 
„Und ich kann wieder einmal kann nicht verstehen, dass eine öffentlich angekündigte Feier (mindestens auf einer Nazi Internetseite, sowie einer Facebookseite einer der „Künstler“) als „private“ Feier durchgeht, so Kirsten Dieckmann vom Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus.

Doch das nehmen viele Menschen nicht einfach hin. Mit ca. 180 Menschen vor Ort, zahlreichen Transparenten in den Händen und an den Seiten der Straßen befestigt machen sie deutlich was sie von den Naziaktivitäten auf dem Hof Nahtz halten. Redebeiträge der Antifa, der evangelischen Kirche, dem Ezidischen Zentrum in Celle, sowie dem Netzwerk Südheide und weitere machen alle gemeinsam sehr deutlich für welche Art von Zusammenleben sie werben und welche Vorstellungen einer offenen Gesellschaft sie vertreten. „Dafür kämpfen wir alle so lange, bis die Lichter auf dem Hof ausgehen!“

Die Polizei hat ihr Aufgebot aufgestockt, da zu befürchten ist, dass an diesem Tag mehr Nazis als sonst kommen werden. Und so kommt es auch! Besonders ein Fahrzeug fällt mit seiner provokanten Art auf. Die jungen Männer im Fahrzeug machen Bilder, öffnen während der Fahrt die Tür und beschimpfen die anwesenden Demonstranten immer wieder im vorbei fahren aus dem offenen Auto heraus. Bis die Polizei dem Treiben der Jungnazis ein Ende bereitet.

Was bleibt? An diesem Tag ist deutlich geworden, was tatsächlich die Menschen bewegt an dieser „privaten Feier“ teilzunehmen. Wir müssen erkennen, dass diese Treffen, wie bereits seit Jahren von den Antifaschistinnen und Antifaschisten vor Ort angemahnt wird dazu von den Nazis genutzt werden, sich zu organisieren und zu vernetzen. Will die Politik vor Ort das tatsächlich ignorieren? Ist es nicht an der Zeit sich an den Protesten zu beteiligen, wie es der ehemalige Bürgermeister der Stadt Celle, Dirk Mende und sowie seine Parteigenossin Kirsten Lühmann tun? Auch weitere politische Vertreterinnen und Vertreter haben die Notwendigkeit erkannt und sind an diesem Tag vor Ort. Aber die Menschen aus Eschede zeigen nur wenig Interesse. Woran mag das liegen? Zivilcourage scheint in Eschede nicht angesagt zu sein. Welches Signal geht da an die Jugend vor Ort? Und will die Gemeinde diesen Stempel behalten?

PM vom Celler Forum