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Gedenken an Peter Deutschmann

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Freitag, 10.08.2018, 18.00 Uhr, Eschede, An der Kirche

Heute vor 19 Jahren starb Peter Deutschmann. Er wurde in Eschede von Escheder Neonazis getötet.

Am 09.08.1999 wurde Peter Deutschmann von zwei Escheder Neonazis in seiner Wohnung überfallen und so misshandelt, dass er am folgenden Tag an den Folgen verstarb.
Peter Deutschmann hatte sich damals verbal gegen das „Skinhead-Getue“ der beiden Escheder Neonazis Marco Siedbürger und Johannes Kneifel zur Wehr gesetzt. Das reichte aus, um dafür totgeschlagen zu werden!
Aus Wut über die Kritik an ihrem neonazistischen Gehabe verschafften sich die beiden Täter Zutritt zu Peter Deutschmanns Wohnung, traten und schlugen auf den 44-Jährigen ein, misshandelten ihn mit Glasscherben. Sie zertrümmerten seinen Kehlkopf und fügten ihm zahllose Schlag- und Schnittverletzungen zu. Um zu verhindern, dass Peter Deutschmann Hilfe holt, zerstörten sie das Telefon. Dann verschwanden sie und ließen das Opfer stark blutend und schwer verletzt zurück. Als Nachbarn Stunden später die Hilferufe hörten, kam jede Rettung zu spät. Peter Deutschmann starb im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen. Das Landgericht Lüneburg verurteilte im Januar 2000 beide Täter wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu einer fünfjährigen Jugendstrafe; einen politischen Hintergrund wollte es nicht erkennen.
Die Bunderegierung bestätigte einen Monat später, im Februar 2000, dass es sich bei der Tötung von Peter Deutschmann um ein vollendetes Tötungsdelikt mit fremdenfeindlicher Motivation handelte.

Wir wollen am 10.08.2018 Peter Deutschmann gedenken und gleichzeitig darauf aufmerksam machen, dass Neonazis immer noch Menschen bedrohen, verprügeln und töten. Wir wollen, dass Menschen hinschauen, wenn sich menschenverachtendes Reden und Handeln breit macht und Fremdenfeindlichkeit als wirkliche Probleme erkannt und nicht kleingeredet werden.

Auf der Internetseite http://www.belltower.news/category/lexikon/chronik, einer Plattform der Antonio-Amadeo-Stiftung, sind rechtsextreme und rassistische Gewalttaten aufgeführrt, Tag für Tag, Monat für Monat.
Die Zahlen der Opferberatungsstellen sind deutlich höher, als die der staatlichen Stellen.

Die Zahlen der Todesopfer rechter Gewalt wird von der Antonio-Amadeo-Stiftung mit 193 angegeben, die der Bundesregierung lag im März 2017 bei 76. Im Juni diesen Jahre korrigierte sie die Zahl auf 83.

Jeder Einzelne ist einer zu viel. Jede einzelne Bedrohung, Erniedrigung, Beleidigung, jeder Angriff ist einer zuviel.